Mit X-Rite MA98 gemessene Materialien

 
 
 

X-Rite-Materialien werden von Daten abgeleitet, die mit einem X-Rite-Spektrofotometer von realen Farbproben abgetastet wurden. Sie können wie alle anderen Materialien (mit Ausnahme von Abziehbildern) auf Objekte in einer Szene angewendet werden, und für sie sind einige grundlegende Parameter angepasst.

Um neue, mit X-Rite MA98 gemessene Materialien zu erstellen, müssen Sie die Professional-Version von Showcase ausführen, und müssen Sie X-Rite MA98 Portable Multi-Angle Spectrophotometer und das zugehörige Zusatzmodul installiert haben.

Farbgenauigkeit und Monitorkalibrierung

Die in Showcase angezeigten gemessenen Materialien sind visuell nur präzise, wenn das Darstellungssystem kalibriert ist. Wahrgenommene Farben können sich beim Übergang von einem Darstellungssystem zu einem anderen verändern. Dies gilt insbesondere bei Verwendung eines Laptops oder eines externen Monitors oder Projektors. Um eine gute Darstellung auf dem Bildschirm und eine definitive Beziehung zu dem gescannten Material zu erzielen, ist es erforderlich, ein Kalibrierungsgerät für Monitore wie X-Rite i1 Display 2 oder X-Rite Color Munki zu verwenden. Dies sollte immer der erste Schritt sein, auch wenn der Shader zu Konstruktionszwecken verwendet wird.

Aktivieren des Zusatzmoduls

Die X-Rite-Materialvoreinstellungen können jederzeit verwendet werden. Um jedoch neue gemessene Materialien mit dem X-Rite-Gerät erstellen zu können, muss das Zusatzmodul für X-Rite MA98 im Showcase-Benutzerordner installiert sein.

Sie können das X-Rite-Zusatzmodul verwenden, um Parameter für die Basis- und die Professional-Version von Showcase anzupassen. Gemessene Materialien können jedoch nur in Showcase Professional erstellt werden.

So installieren Sie das Zusatzmodul

  1. Kopieren Sie die Datei "XRiteCustom.py" aus dem Ordner Programme\Autodesk\Showcase2011\extras\interactive\ in den Benutzerordner unter Eigene Dateien\Autodesk Showcase 2011\.
  2. Starten Sie Showcase neu.

    Die Benutzeroberfläche zum Bearbeiten erweiterter Materialeigenschaften und Verbinden des X-Rite-USB-Geräts wird aktiviert.

    Anmerkung

    Dieses Zusatzmodul bleibt so lange aktiviert, wie sich die ursprüngliche Datei "XRiteCustom.py" oder die kompilierte Datei "XRiteCustom.pyo" im aktuellen Benutzerordner von Showcase befindet.

Aufrufen einer Messung

Führen Sie die folgenden Schritte aus, nachdem Sie das Zusatzmodul aktiviert haben, um eine Farbe aus einer Messung in Showcase zu erstellen.

Dies ist nur mit Autodesk Showcase Professional möglich.

  1. Stellen Sie sicher, dass die X-Rite MA98-Treiber installiert sind und das Gerät angeschlossen und eingeschaltet ist.
  2. Kopieren Sie ein bereits in der Szene vorhandenes X-Rite-Material (entweder ein auf ein Objekt angewendetes Material, oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Materialsymbol in der Bibliothek, und wählen Sie Zu Szenematerialien kopieren aus).
  3. Öffnen Sie die Materialeigenschaften mit STRG+M, wenn ein Objekt mit dem Material ausgewählt ist, oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Materialiensymbol, und wählen Sie Eigenschaften aus.
  4. Klicken Sie auf die Schaltfläche Geräteverbindung zurücksetzen.
  5. Messen Sie das physische Material mit dem X-Rite MA98-Gerät.
  6. Klicken Sie auf die Schaltfläche Messung anwenden.
    Anmerkung

    Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Material duplizieren, wenn weitere Messungen zu Vergleichs- oder Studienzwecken erforderlich sind. Jede Anwendung der gemessenen Daten überschreibt die vorherige Version, ohne dass dieser Vorgang rückgängig gemacht werden kann.

  7. Benennen und speichern Sie das Material in der benutzerdefinierten Bibliothek. Weitere Informationen finden Sie unter Arbeiten mit der Benutzeroberfläche Materialien.

X-Rite-Materialeigenschaften

Anmerkung

Die Materialeigenschaften sollten nur bearbeitet werden, wenn das gemessene Material den Ausgangspunkt für künstlerischere Interpretationen darstellt. Alle diese Werte werden automatisch durch die mit dem Spektrofotometer durchgeführten Messungen des tatsächlichen Materials definiert, wenn das Zusatzmodul aktiviert ist.

Anwenden von Messungen (Zusatzmodul erforderlich)

Nachdem Sie eine Verbindung zu X-Rite MA98 hergestellt haben und mit dem Gerät eine Messung durchgeführt wurde, drücken Sie diese Taste, um die Daten vom Scanner an das Material in Showcase zu übertragen.

Anmerkung

Diese Schaltfläche darf nicht betätigt werden, wenn kein X-Rite MA98 mit dem Computer verbunden oder das X-Rite MA98-Gerät nicht eingeschaltet ist.

Zurücksetzen von Geräteverbindungen (Zusatzmodul erforderlich)

Mit dieser Schaltfläche können Sie eine Verbindung zu dem Gerät herstellen, wenn sie unterbrochen wurde oder ein Fehler aufgetreten ist.

Anmerkung

Diese Schaltfläche darf nicht betätigt werden, wenn kein X-Rite MA98 mit dem Computer verbunden oder das X-Rite MA98-Gerät nicht eingeschaltet ist.

Farbeigenschaften

Umgebungsschatten

Filtert die Farbe und Helligkeit von Umgebungsschatten auf dem Objekt, auf das das Material angewendet wird. (Schwarz = schwarzer Standardumgebungsschatten, Weiß = kein Umgebungsschatten sichtbar, Farbe = farbige Umgebungsschatten auf dem aktuellen Material) Weitere Informationen zum Erstellen und Steuern von Umgebungsschatten finden Sie unter Anwenden von Umgebungsschatten.

Diffuse Farbe

Legt die Basisfarbe für die Materialien fest. Weitere Informationen zum Verwenden der Farbsteuerungen finden Sie unter Ändern von Farben.

Splitterfarbe

Die Splitterfarbe ist eine Differenzfarbe, die den Splitter darstellt, der der Oberfläche des Materials am nächsten ist und durch die Farbe des Lichts beeinflusst wird. Durch kleine Änderungen dieser Farbe können sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden.

Farbe Splitter 2

Die Farbe Splitter 2 ist eine Differenzfarbe, die den Splitter darstellt, der sich tiefer im Material befindet und deshalb in erster Linie durch den Pigment- oder Splittereffekt beeinflusst wird.

Erweiterte gemessenen Eigenschaften

Grobheit

Hiermit regulieren Sie den Einfluss eines Splitters auf das Material. Realistisch Werte für diese Parameter reichen von 0.3 bis 0.8. Für Autolacke ohne Splitter sollte dieser Materialtyp nicht verwendet werden, da sogar bei einem Wert 0.0 Splitter angezeigt werden.

Intensität Glanzpunkt

Die Intensität Glanzpunkt steuert den absoluten Einfluss der Splitterfarbe auf das Material. Dies ist ein künstlerischer Parameter, der vorgabegemäß auf 2 eingestellt ist.

Streuintensität

Die Streuintensität steuert den absoluten Einfluss der Farbe Splitter 2 auf das Material. Dies ist ein künstlerischer Parameter, der vorgabegemäß auf 1 eingestellt ist.

Erweiterte Darstellungseigenschaften

Splittergröße (Zusatzmodul erforderlich)

Die Splittergröße beschreibt die sichtbare Größe des Splitters relativ zum Material. Diese Größe wird in denselben Einheiten wie das Material angegeben, da die Spezifikation des Splitters im Objektraum (im Gegensatz zum Texturraum) erfolgt. Das Verringern dieses Parameters führt zu einer glatteren Oberflächenfärbung, verringert jedoch möglicherweise die Leistung des Shaders. Dieser Parameter muss insbesondere beim Rendern von Nahaufnahmen des Materials auf die richtige Größe eingestellt werden.

Splitterfaktor (Zusatzmodul erforderlich)

Der Splitterfaktor beschreibt die Dichte der Splitter im Material. Da der Splitterfaktor in Bezug auf die Effekte in enger Beziehung zur Splittergröße steht, können sich Änderungen an diesem Parameter auch auf die Leistung und die Wahrnehmung der Splitter in Nahaufnahmen des Materials auswirken. Im Allgemeinen wird empfohlen, für diesen Parameter den Vorgabewert 4 zu übernehmen.

Max. Anzahl Partikel (Zusatzmodul erforderlich)

Max. Anzahl Partikel ist ein Leistungsparameter, der dafür konzipiert ist, das Unter-Sampling der Splitter zu begrenzen, das durchgeführt wird. Der Effekt davon ist quadratisch, sodass die Einstellung 7 ungefähr fünf Mal so viele Berechnungen erfordert wie die Einstellung 3. Die jeweilige Einstellung hängt von der Anzahl an Dreiecken, die dieses Material verwenden, die Anzahl der Dreiecke in der Szene und den Leistungsumfang der jeweiligen Grafikkarte ab, die verwendet wird.

Anteilsfaktor

Der Anteilsfaktor entspricht ungefähr der Verteilung der Splitterausrichtung. Künstlerisch gesehen ändert der Faktor die Verteilung der Splitterglanzfarbe um den Glanzpunkt.

Hinweise und Einschränkungen